Ein autofreier Tag in Brüssel

Blick über Ixelles von der Gray-Kroonbrug

Schon der Morgen war ganz anders: Als ich an einem Sonntag Mitte September, einem autofreien Tag in Brüssel, das Fenster öffnete, lag die Stadt still und ruhig da – kein Motorendröhnen, das die Stadt umhüllte.

Wenn es um das Thema autofreie Städte geht, wird es in Diskussionen schnell emotional. Ein typisches Argument: Für belebte Städte brauche es den Autoverkehr.

Dabei zeigt so ein autofreier Tag doch: Das Leben in einer Stadt könnte ganz anders sein – wenn wir es nur anders gestalten.

Schon klar: In manchen Situationen geht es nicht ohne Auto. Aber ich glaube nicht, dass all die Autofahrer, die Tag für Tag in Brüssel unterwegs sind, absolut keine andere Möglichkeit haben, als das Auto zu nutzen.

Und dann dieses Freiheitsargument, was immer kommt, wenn es um das Thema autofreie Städte bzw. Autoverkehr allgemein geht (zum Beispiel Tempolimit).
So ein autofreier Tag demonstriert doch vor allem, wie viele Freiheiten durch den Autoverkehr eingeschränkt werden: Die Freiheit mit dem Fahrrad ohne Angst irgendwo hinzufahren (gerade während der Rushhour habe ich mich schon häufiger gefragt, ob ich diesen Arbeitsweg wohl überleben werde), die Freiheit auf der Straße zu spielen, in Ruhe Rollschuh- und Fahrradfahren zu lernen und den Asphalt mit Kreidemustern zu verzieren, die Freiheit, sich auf die Straße zu stellen, um zu fotografieren, oder die Freiheit, sich vor sein Haus zu setzen und Karten zu spielen – wie auf dem ersten Foto.

Das Brüssel ohne Auto war ein ganz anderes, nämlich ein ruhiges, stressfreies, verzauberndes, aus der Zeit gefallenes Brüssel voller Leben.

Die Rue de la Loi im EU-Viertel, wo sich insbesondere zur Rushhour die Autos stauen
Die Merode-Kreuzung in Etterbeek
Place Houwaert in Saint-Josse-ten-Noode
Straße am Mont des Arts
Rue Ravenstein am Mont des Arts
Eine Straße in Saint-Josse
Der mehrspurige Schuman-Kreisel an der EU-Kommission
Pause im Parc du Cinquantenaire

Fotos & Text: Eva Fischer

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