Der Dezember 2015: Ein verspäteter Lesemonat

Pünktlich zu Beginn des neuen Monats gibt es den Lesemonat des vorangegangenen Monats. Nicht. Obwohl schon Februar ist, steht die Dezember-Liste steht immer noch aus. Denn seitdem ich das Studentenleben hinter mir gelassen und mich unter die arbeitetende Bevölkerung gemischt habe, komme ich zu gar nichts mehr. Aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls war der Dezember mein letzter freier Monat. Dementsprechend habe ich einige Bücher gelesen. Sieben Bücher sind zusammengekommen, darunter eine Poetry-Slam-Text- und eine Kolumnen-Sammlung. Ich habe mich überwiegend in Deutschland, Großbritannien und in den USA aufgehalten.

 

Buchblog Rezension Tess Gerritsen Abendruh

 

Tess Gerritsen – Abendruh

 

Klappentext:
Sie sind die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien. Erst wurden ihre Eltern und dann obendrein ihre Pflegefamilien brutal ermordet. In Abendruh, einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden. Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und drei Jugendliche bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zu Abendruh hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert…

 

Der erste Satz:

„An dem Abend, als die dreizehnjährige Claire Ward hätte sterben sollen, stand sie in Ithaca auf dem Fensterbrett ihres Zimmers im zweiten Stock und überlegte hin und her, ob sie springen sollte oder nicht.“ S. 9

 

Ein weiterer Thriller aus der Rizzoli-&-Isles-Reihe. Wie für Tess Gerritsen gewohnt, ist der Roman temporeich und spannend und lässt sich schnell weglesen.

Im Zentrum der Geschichte stehen drei Jugendliche, deren Eltern sowie Pflegeeltern ermordet worden, und die selbst nur durch einen Zufall überlebt haben.

Diese Jugendlichen treffen in Abendruh aufeinander, einem Internat für traumatisierte Jugendliche. Alle Personen dort haben gemeinsam, dass einer ihrer Angehörigen ermordet wurde. Das Internat ist weit abgelegen und gut überwacht, um das Böse auszugrenzen. Doch auch hier scheinen die drei Jugendlichen nicht sicher zu sein. Durch das einsam gelegene Abendruh erschafft Tess Gerritsen eine unheimliche Atmosphäre und zieht den Leser so in die Geschehnisse hinein.

Allerdings erschien mir das Buch zum Ende hin zu konstruiert. Wer ist der Gute? Wer der Böse? Und wieso? Genauso wie die Protagonisten, weiß man auch als Leser irgendwann nicht mehr, wem man denn jetzt noch trauen kann. Bis zum Schluss wird man immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt.

Alles in allem ist „Abendruh“ aber wieder ein solider Tess-Gerritsen-Thriller. Nicht ihr bester, aber für Fans der Reihe dennoch zu empfehlen!

 

Bewertung: 4/5

 

 

Buchblog Rezension Julia Engelmann Eines Tages, Baby

 

Julia Engelmann – Eines Tages, Baby

Nachdem mir Nessa von dem Blog Mitternachtsspiegel mal geschrieben hatte, dass sie meine Texte an die von Poetry-Slammerin Julia Engelmann erinnern, war meine Neugier geweckt. Ich lese gerne poetische Texte, allerdings passiert zugleich selten, dass mich diese Texte wirklich begeistern.

Manche von Julia Engelmanns Zeilen fand ich wirklich schön, gerade wenn sie mit Personifizierungen arbeitet.

 

„Denn zwischen Bergen aus Gedanken und Flüssen,
in denen Fragen fließen, […]“ S. 31

 

Auch der Text „Goldfisch“ zeugt von ihrer scharfen Beobachtungsgabe und ihrem kritischen Denken.

 

„Und komisch, wie sie sich mit anderen Menschen
vergleichen,
um zu beweisen, dass sie nicht gut sind,
um dann darüber traurig zu sein.“ S. 37

 

Dennoch empfand ich aber den Großteil ihrer Texte als nicht herausragend – weder stilistisch noch hinsichtlich ihrer Aussagekraft. Alle Texte beschäftigen sich inhaltlich mit dem Gleichen: Nach dem Ende der Schulzeit und dem Auszug aus dem Elternhaus seinen Weg zu finden. Da diese Lebensphase bei mir schon wieder sieben Jahre her ist, konnte ich mich eher weniger mit Julia Engelmanns Texten identifizieren.

 

Bewertung: 3/5

 

 

Buchblog Rezension Dein letztes Solo

 

Sona Charaipotra / Dhonielle Clayton – Dein letztes Solo*

 

Klappentext:
Die Ballettakademie im Herzen Manhattans ist eine der besten des Landes. Den jungen Tänzerinnen wird einiges abverlangt. Für die ehrgeizige Bette kein Problem. Schließlich gilt es, ihrer Schwester nachzueifern, einer berühmten Ballerina. Ganz anders die freigeistige Giselle, die zwar immer nur tanzen wollte, auf das harte Training aber wenig Lust hat. Die perfektionistische June schließlich gibt immer alles – und es reicht doch nie so ganz. Als die Nussknacker-Aufführung bevorsteht, geraten die drei in einen erbitterten Konkurrenzkampf: Wer von ihnen wird die Rolle der Primaballerina bekommen? Doch nur eine ist bereit, alles dafür zu tun, wirklich alles…

 

Der erste Satz:

„Es fühlt sich immer wie Sterben an.“ S. 5

 

Der gesamte Roman spielt aus der Sicht von drei angehenden Prima-Ballerinas: Bette, Gigi und June. Sie alle wollen die Hauptrolle – und Gigi bekommt sie. Daraufhin kommt es zu einer Reihe beunruhigenden Vorfällen: Für Gigi beginnt der Psychoterror. Steckt Bette dahinter? Oder doch June? Das Buch ist aus drei verschiedenen Ich-Perspektiven geschrieben. Kapitelweise wird zwischen Bette, Gigi und June hin und her gewechselt. Das sorgt für Spannung und zugleich bringt es einem die komplexen Charaktere von June und Bette nah. Während Gigi aus einer fröhlichen, entspannten und unkonventionellen Familie stammt, haben June und Bette ihre ehrgeizigen Mütter im Nacken. Diese Verlangen von ihren Töchtern, dass sie die Hauptrolle bekommen – sonst werden sie von der Ballettschule genommen.

Während des Lesens hat mit das Buch wirklich gut gefallen. Das Leben in der Balletschule ist spannend und man wird mitten hinein in die Ballett-Szene gezogen, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken realistisch. Allerdings kam das Ende viel zu abrupt: Sämtliche Fragen werden offen gelassen, sodass man sich fragt, warum man das Buch denn eigentlich gelesen hat.

Außerdem könnte das Buch noch einmal einen Korrekturdurchgang gebrauchen. Ich habe zahlreiche Komma- und Rechtschreibfehler gefunden. Zudem wurde ein Name nicht einheitlich geschrieben: Die Figur Henri wurde zwischendurch immer wieder mit Y statt mit I geschrieben, teilweise wurde innerhalb eines Kapitels immer abwechselnd Henry oder Henri geschrieben. So etwas stört erheblich den Lesefluss.

Eine Leseempfehlung würde ich nur an Ballett-Fans geben.

 

Bewertung: 3/5

 

 

Buchblog Rezension Winnemuth Um es kurz zu machen

 

Meike Winnemuth – Um es kurz zu machen*

 

Neben Tilmann Prüfer ist Meike Winnemuth einer meiner Lieblingskolumnisten. Ich finde ihren Schreibstil großartig und bewundere sie für ihre positiven Einstellungen.

Von ihrem Weltreise-Bestseller „Das große Los. Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ war ich restlos begeistert – und so war ich auch auf ihre Kolumnen-Sammlung „Um es kurz zu machen. Über das unverschämte Glück auf der Welt zu sein“ sehr gespannt.

Die Kolumnen des Buches sind unterteilt in acht Kategorien: Lieben, Hassen, Trödeln, Genießen, Abspecken, Ausprobieren, Aussehen und Einsehen. Jede dieser Kategorien beginnt mit einem erklärenden Intro-Text. Eine Kolumne ist etwa zwei Seiten lang und ist ratzfatz gelesen. Sie sind unterhaltend, regen zum Nachdenken an und stecken voller Weisheit eines erfüllten Lebens. Insgesamt haben mir die Kolumnen wirklich gut gefallen – Winnemuths Lebensfreude ist in jeder Zeile spürbar. Einzig die Rubrik „Aussehen“ hat mir weniger gefallen: Hier wird die fröhliche Autorin zur Motzbacke und schreibt, was sie modemäßig alles blöd findet (beispielsweise Hüte oder bunten Nagellack). Hier habe ich ihre sonst so ausgeprägte Offenheit für Neues vermisst.

Insgesamt habe ich „Um es kurz zu machen“ aber sehr gerne gelesen. Ihre Texte sind wie eine Tablette gegen schlechte Laune.

 

Bewertung: 4/5

 

 

Buchblog Rezension Bilkau Die Glücklichen

 

Kristine Bilkau – Die Glücklichen*

 

Klappentext:
Isabell und Georg sind ein Paar. Ein glückliches. Wenn die Cellistin Isabell spätabends von ihren Auftritten mit dem Orchester nach Hause geht oder der Journalist Georg von seinem Dienst in der Redaktion auf dem Heimweg ist, schauen sie oft in die Fenster fremder Wohnungen, dringen mit ihren Blicken in die hellen Räume ein. Bei abendlichen Spaziergängen werden sie zu Voyeuren. Regalwände voller Bücher, stilvolle Deckenlampen, die bunten Vorhänge der Kinderzimmer. Signale gesicherter Existenzen, die ihnen ein wohliges Gefühl geben. Das eigene Leben in den fremden Wohnungen erkennen. Doch das Gefühl verliert sich.
Mit der Geburt ihres Sohnes wächst nicht nur ihr Glück, sondern auch der Druck und die Verunsicherung. Für Isabell erweist sich die Rückkehr in ihren Beruf als schwierig: Während des Solos zittern ihre Hände, nicht nur am ersten Abend, sondern auch an den folgenden. Gleichzeitig verdichten sich in Georgs Redaktion die Gerüchte, der Verlag würde die Zeitung verkaufen. Währenddessen wird ihr Haus saniert. Im Treppenhaus hängt jetzt ein Kronleuchter, im Briefkasten liegt eine Mieterhöhung. Für die jungen Eltern beginnt damit ein leiser sozialer Abstieg. Isabell und Georg beginnen mit einem Mal zu zweifeln, zu rechnen, zu vergleichen. Jeder für sich. Je schwieriger ihr Alltag wird, desto mehr verunsichert sie, was sie sehen. Die gesicherten Existenzen mit ihren geschmackvollen Wandfarben sagen jetzt: Wir können, ihr nicht. Was vertraut und selbstverständlich schien – die Cafés, Läden, der Park, die Spielplätze mit jungen Eltern –, wirkt auf einmal unzugänglich. Gegenseitig treiben sich Isabell und Georg immer mehr in die Enge, bis das Gefüge ihrer kleinen Familie zu zerbrechen droht.

 

Der erste Satz:

„Es ist dunkel und der Abendverkehr schiebt sich langsam durch die Straßen vor dem Haus, die Lichter der Autos schimmern hinter dem Plastikvorhang, die gesamte Außenwelt verschwimmt hinter der Plane und dem Baugerüst.“ S. 9

 

„Die Glücklichen“ führt uns hinter die Kulisse der In-Viertel einer jeden Großstadt. Zwischen chicen Bistros, Blumenläden und Modeboutiquen und hinter sanierten Jugendstil-Fassaden – da lauern die Sorgen. Da ist die Angst vor dem sozialen Abstieg. Isabell und Georg leben seit Kindertagen in dem Stadtteil – zu einer Zeit, in der es noch eine normale Wohngegend war und kein unbezahlbares Viertel. Doch die Aufwertung des Stadtteils bereitet ihnen Probleme. Isabell ist Cellistin und kann wegen eine zitternden Hand nicht mehr auftreten, Georg ist Journalist und wird entlassen. Auf einmal können sie sich ihr eigenes Leben nicht mehr leisten. Georg möchte aussteigen, auf dem Land leben, träumt von einem Cottage in Irland und sieht sich Reihenhäuser in einer Vorstadt an – Isabell geht trotzdem in den Bistros Mittagsessen und kauft überteuerte Marmelade im Bio-Feinkostladen und Designer-Ware. Die Beziehung steuert auf ihr Scheitern zu.

Trotz der teils verschachtelten Sätze bedient sich Bilkau in ihrem Debüt-Roman einer klaren Sprache, die der Melancholie der ganzen Situation einen passenden Raum verleiht. Während die beiden Protagonisten durch die Straßen spazieren und in die beleuchteten Fenster blicken, zeichnet Bilkau ein Gesellschaftsbild. Wie möchten wir leben? Was macht ein gelungenes Leben aus? Wie sehr orientieren wir uns dabei an anderen? Und was können wir uns eigentlich leisten? Das sind die zentralen Fragen des Romans. Dabei wird die Autorin nie von außen wertend, sondern beschreibt empathisch die Gefühle Isabells und Georgs.

„Die Glücklichen“ ist ein wichtiger Roman für unsere heutige Zeit. Eines meiner Lesehighlights des Jahres 2015.

 

Bewertung: 5/5

 

 

Buchblog Rezension Lucinda Riley Der Engelsbaum

 

Lucinda Riley – Der Engelsbaum

 

Klappentext:
Viele Jahre sind vergangen, seit Greta Marchmont das Herrenhaus verließ, in dem sie einst eine Heimat gefunden hatte. Nun kehrt sie zurück nach Marchmont Hall in den verschneiten Bergen von Wales. Doch sie hat keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit, denn seit einem tragischen Unfall leidet sie an Amnesie. Bei einem Spaziergang macht sie aber eine verstörende Entdeckung: Sie stößt auf ein Grab im Wald, und die Inschrift verrät ihr, dass hier ein kleiner Junge begraben ist – ihr eigener Sohn! Greta ist entschlossen herauszufinden, was sich in ihrem früheren Leben ereignet hat. Dabei kommt jedoch eine Wahrheit ans Licht, die so schockierend ist, dass Greta allen Mut braucht, um ihr ins Gesicht zu blicken – damit sie schließlich ihren wahren Frieden finden kann…

 

Der erste Satz:

„David Marchmont, der den Wagen bei heftigem Schneefall die schmale vereiste Straße entlangsteuerte, blickte zu seiner Beifahrerin hinüber.“ S. 9

 

„Der Engelsbaum“ ist ein Generationen-Roman, der mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt und bis zum Jahr 1985 spielt. Im Zentrum der Geschichte stehen Greta sowie deren Tochter Cheska und Enkeltochter Ava. Die Geschichte beginnt im Jahr 1985: Die an Amnesie leidende Greta verbringt die Weihnachtszeit in Marchmont Hall, wo sie einst gelebt hat. Schon seit Jahrzehnten lebt sie ohne jede Erinnerung, doch als sie bei einem Spaziergang das Grab ihres Sohnes entdeckt, kommen die Erinnerungen zurück.

Gemeinsam mit Greta deckt der Leser nun auf, was sich die vergangenen Jahrzehnte ereignet hat – und wie es gekommen ist, dass Greta ihr Gedächtnis verloren hat.

Die Geschehnisse werden dabei chronologisch erzählt. Die Handlungsorte wechseln zwischen Marchmont Hall in Wales, London und den USA hin und her. Besonders die Lebensgeschichte von Tochter Cheska steht im Fokus. Teilweise liest sich der Roman langatmig, dann wird es szenenweise aber auch wieder spannend.

„Der Engelsbaum“ ist kein Buch, das einen völlig vom Hocker haut, aber dennoch ein gutes, lesenswertes Buch.

 

Bewertung: 4/5

 

 

Buchblog Rezension Kirsty Greenwood_Der Vintage-Guide für einsame Herzen

 

Kirsty Greenwood – Der Vintage-Guide für einsame Herzen*

 

Klappentext:
Jessica Beam ist eine moderne junge Frau. Sie flucht wie ein Bierkutscher, kann auf Romantik verzichten, trägt neonfarbene Unterwäsche und hat hemmungslosen Sex. Als die am selben Tag Job und Wohnung verliert, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihre Großmutter um Obdach zu bitten. Aber auch Matilda Beam steckt in Schwierigkeiten. Die Bestsellerautorin berühmter Frauenratgeber aus den 50er-Jahren hat schon lange kein Buch mehr verkauft. Doch dann erhalten die Beam-Damen eine letzte Chance: ein neuer Buchvertrag, wenn sie beweisen, dass Matildas Vintage-Guides auch heute noch funktionieren. Dafür muss Jess zur Lady werden und das Herz des begehrtesten Junggesellen Londons erobern – das Herz des unnahbaren Leo Frost.

 

Der erste Satz:
„Ich habe in meinem Leben schon viele unkluge Entscheidungen getroffen.“ S. 7

 

Chick-Lit-Romane sind so eine Sache: Einerseits lese ich sie gerne als Abwechslung zu nervenaufreibenden Thrillern, komplexen Familien- und tragischen Kriegsromanen, andererseits ärgere ich mich auch oft über sie: Die Protagonistinnen sind häufig … nun ja … hohl, und die Handlung belanglos. Die Heldin des Buches ist am Ende in der Regel zusammen mit a) ihrem besten Freund b) dem süßen Nachbarn oder c) dem Anwalt, der sie aus dem ihrer Blödheit geschuldeten Schlamassel wieder rausholt. Einzig die Kulisse hat zumeist ihren Reiz. Denn obwohl die Protagonistin hohl ist und einen Assistentenjob bzw. gar keinen hat, lebt sie trotzdem wie Carrie Bradshaw in New York. Obwohl die sich ja, wir wissen es alle, ihr Leben in der Realität auch nicht ansatzweise leisten könnte. Und ich frage mich selbst wieder: Wieso greife ich eigentlich hin und wieder doch zu Chick-Lit-Romanen. Sollte ich es nach etlichen Lese-Jahren nicht besser wissen?

Die Anwort ist: Weil es hin und wieder doch Highlights gibt. Hin und wieder gibt es da diese chaotischen Protagonistinnen, die trotzdem Grips haben. Protagonistinnen, über die wir nicht lachen, sondern mit denen wir lachen.

„Der Vintage-Guide für einsame Herzen“ sprang mir durch sein schönes Cover ins Auge, das Modeliebhaber vermutlich magisch anzieht. Als ich anfing zu lesen, dachte ich, ich hätte einen von den oben genannten typischen Chick-Lit-Romane vor mir. Jess benimmt sich wie ein unreifer Teenager, ihr Leben besteht nur aus Partys, Alkohol und Männer aufreißen. Karriereambitionen – Fehlanzeige. Und dann passiert auch noch das typische Chick-Lit-Klischee: Job weg, Wohnung weg – auf zu Oma, die man gar nicht kennt. So kommt es, dass die unkonventionelle Jess und ihre sehr konservative Großmutter zusammen ein Buch schreiben, wie man sich in der heutigen Zeit einen Mann mit den Benimmregeln aus den 60er Jahren aufreißt. So weit, so gut.

Kirsty Greenwoods Schreibstil ist auf originelle Weise leicht und locker und passt hervorragend zu Jess’ aufmüpfigen Charakter. Und auch Jess macht während der Geschichte eine beachtliche Entwicklung durch. Die grölenden Partyheldin wird zur sensiblen Schriftstellerin. Und wer denn jetzt der Traummann ist, ist für den Leser auch nicht von Anfang an offensichtlich.
Das Buch bietet eine Menge Situationskomik, zum Beispiel in Form eines unfreiwilligen Poetry-Slam-Auftritts.

Insgesamt ist „Der Vintage-Guide für einsame Herzen“ eine unterhaltsame Lektüre mit der richtigen Portion Gefühl und Witz, die trotzdem ohne Kitsch auskommt.

 

Bewertung: 4,5/5

 

 

Leseliste Dezember 2015 gelesene Bücher Bücherstapel Rezensionen (2)

 

ÜBERSICHT

Tess Gerritsen – Abendruh: hier erhältlich

Sona Charaipotra / Dhonielle Clayton – Dein letztes Solo*: hier erhältlich

Julia Engelmann – Eines Tages, Baby: hier erhältlich

Meike Winnemuth – Um es kurz zu machen*: hier erhältlich

Kristine Bilkau – Die Glücklichen*: hier erhältlich

Lucinda Riley – Der Engelsbaum: hier erhältlich

Kirsty Greenwood – Der Vintage-Guide für einsame Herzen*: hier erhältlich

Meine Leseeindrücke in Echtzeit gibt es übrigens immer auf Twitter.

*Kostenfreies Rezensionsexemplar: Dieses Buch wurde mir zu Rezensionszwecken kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung.

Dieser Beitrag enthält Affilliate-Links

 

10 Gedanken zu “Der Dezember 2015: Ein verspäteter Lesemonat

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    1. Eigentlich ist das Buch auch nicht schlecht: Während des Lesens hat es mir gut gefallen. Es ist eine Geschichte über Ballett, und was zu viel Ehrgeiz anrichtet. Nur das Ende war leider ein bisschen enttäuschend…

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  2. Dein letztes Solo habe ich auch gelesen, und obwohl ich nie Ballett getanzt habe, hat es mir richitg gut gefallen und vieles ist mir vom Standardtanzen bekannt vorgekommen. Das von Lucinda Riley will ich auch noch lesen, aber ich habe gerade ein älteres von ihr gelesen und das hat mir irgendwie gar nicht so gut gefallen.

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    1. „Der Engelsbaum“ ist auch ein älteres Buch von ihr: Sie hat es wohl schon vor 20 Jahren geschrieben, aber es ist erst jetzt in Deutschland erschienen. Ihre aktuellen, neueren Bücher sollen wohl besser sein. Aber da ich bisher nur das hier vorgestellte Buch gelesen habe, kann ich das leider nicht beurteilen…

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      1. Ich denke, generell ist es wohl Geschmackssache…aber ich mag die neueren lieber, weil die so Zeitsprünge haben und mir das einfach richtig gut gefällt. Vielleicht habe ich dadurch auch bei dem älteren Buch zu viel erwartet? Wobei mir Das Orchideenhaus zum Beispiel auch weniger gut gefallen hat als Das Mädchen auf den Klippen oder Der Lavendelgarten…das war mir irgendwie einfach zu lang. Mal sehen, generell ist sie ja trotzdem eine richtig gute Autorin, und ich will auf jeden Fall noch so einiges von ihr lesen!

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  3. Schöner Post! Da hast du ja echt viel gelesen. Ich hab jetzt auch wieder begonnen mehr zu lesen. Allerdings andere Genre. Das Buch von Julia Engelmann würde ich aber auch gerne lesen. War so begeistert von dem Video und das macht dann doch Lust auf mehr 🙂
    Liebe Grüße
    Larissa

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